Einsatzfahrzeuge in der Schweiz
 Einsatzfahrzeuge in der Schweiz

Ehemaliges Tanklöschfahrzeug TLF der Feuerwehr Region Münchwilen TG, stationiert im Depot Münchwilen

 

Fahrgestell: Mercedes-Benz 1222 AF („Neue Generation NG85“)
Aufbau: Brändle
Baujahr: 1986

Technische Daten:
Antrieb: Allradantrieb, 4x4
Getriebe: Schaltgetriebe

 

Feuerlöschkreiselpumpe:


Typ: Typ 4 / UMPX/A652
Hersteller: Godiva
Förderleistung Normaldruck: 3.200 l/min bei 8 bar
Förderleistung Hochdruck: unbekannt

Löschmittel:
Wasser: 2.100 l
Schaummittel: 500 l, davon 300 l in Tank und 200 l in Kanistern

 

Beladung / Ausstattung:

  • Lichtmast
  • 2 Hochdruckschnellangriffe mit formstabilem Druckschlauch und Pistolenstrahlrohr
  • Stromerzeuger
  • 2 Leitungsroller 230 V
  • Beleuchtungsgruppe
  • Motorkettensäge Stihl
  • 2 Brecheisen
  • Vorschlaghammer
  • 2 Warnzelte
  • 2 Verkehrswarnleuchten
  • A-Saugschläuche und saugseitige Armaturen
  • 16 B-Druckschläuche
  • 18 C-Druckschläuche
  • 2 D-Hochdruckschläuche
  • 3 Verteiler B-CBC
  • 6 C-Hohlstrahlrohre
  • 8 C-Mehrzweckstrahlrohre
  • 4 Zumischer Z2
  • 4 Kombischaumrohre M2/S2
  • 2 C-Hydroschilde
  • Wasserwerfer
  • 2 Löschdecken
  • Eimerspritze
  • 2 ABC-Pulverfeuerlöscher
  • CO²-Feuerlöscher
  • Überdrucklüfter mit Wasserantrieb
  • 3 Pressluftatmer
  • Druckluftfluchtgerät
  • Knickkopflampen
  • 2-teilige Schiebleiter
  • Rettungsschlitten für Schiebleiter
  •  

Laufbahn:

 

  • 1986 - 2009: Verbleib unbekannt
  • 2009 - 2020: Stützpunktfeuerwehr Münchwilen / Feuerwehr Region Münchwilen TG
  •  

Die Stützpunktwehren des Thurgaus

 

 

Zehn Stützpunktfeuerwehren verteilen sich über den gesamten Kanton Thurgau. Sie unterstützen die Ortsfeuerwehren in den umliegenden Gemeinden personell wie materiell bei ihren Einsätzen. Von den Stützpunktfeuerwehren werden Sonderfahrzeuge, wie beispielsweise Autodrehleitern, für den überörtlichen Einsatz vorgehalten. Zusätzlich übernehmen ausgewählte Stützpunkte Sonderaufgaben für das gesamte Kanton oder Teile davon. Zu den Sonderaufgaben gehören beispielsweise die Seeöl- und Chemiewehr, die Hilfeleistung auf Gleisanlagen der Schweizer Bundesbahn (SBB) und die Unterstützung des Rettungsdienstes bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV).

Die Aufgaben als Seeölwehr auf Boden- und Untersee teilen sich die Anrainerstützpunkte Steckborn, Kreuzlingen und Romanshorn gemeinsam mit der Kantonspolizei. Am zentral im Kanton gelegenen Stützpunkt Weinfelden ist die Chemiewehr für chemische und biologische Gefahrenlagen konzentriert, während bei atomaren Störfällen im Thurgau Schutz und Rettung Zürich aushilft. Der sogenannte Bahnstützpunkt für Einsätze auf Bahnanlagen ist dreigeteilt. Neben dem hier federführenden Stützpunkt Weinfelden sind Einsatzelemente an den Stützpunkten Münchwilen und Romanshorn stationiert. Ebenfalls auf drei Stützpunkte aufgeteilt ist die Rettungsdienstunterstützung bei Großschadenslagen. Sanitätsstützpunkte werden in Frauenfeld, Weinfelden und Arbon unterhalten.

 

Gebrauchte Verstärkung

 

Auf der Suche nach einem zweiten Tanklöschfahrzeug (TLF) zur Ergänzung ihres Fuhrparks wurde die Stützpunktfeuerwehr Münchwilen, die heutige Feuerwehr Region Münchwilen TG, beim Schweizer Aufbauhersteller Brändle fündig. Der bot 2009 ein gebrauchtes, aber überholtes TLF zum Verkauf an. Brändle selbst hatte den Mercedes-Benz 1222 AF im Jahr 1986 für eine Schweizer Feuerwehr aufgebaut. Bei welcher Wehr das TLF ursprünglich im Dienst war ist leider nicht bekannt. Als zweites TLF unter dem Rufnamen „Huco 10“ nutzte die Feuerwehr Region Münchwilen TG den Mercedes bis in die zweite Jahreshälfte 2020. Das am Ende 34 Jahre alte Fahrzeug ergänzte in seinem zweiten Lebensabschnitt in Münchwilen stets das erste TLF der Wehr und wurde nicht mehr als Erstangriffsmittel genutzt. Auch wenn das TLF mit kombinierter Normal- und Hochdruckpumpe, Schaummitteltank, zwei Hochdruckschnellangriffen und einem Lichtmast für seine Zeit sehr fortschrittlich und leistungsstark ausgestattet war, so war die Technik des Mitte der 1980er Jahre gebauten TLF doch irgendwann überholt. Beispielsweise bot die Kabine des Mercedes zwar sechs Personen Platz. Doch hatte sie nur zwei Türen und keinerlei Raum, um Pressluftatmer für den schnellen Einsatz zu verladen.

 

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